Andreas Kläne
Totgeliebt

352 Seiten, gebundene Originalausgabe, 17,90 € [D]
ISBN 978-3-934918-24-5

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DIE GESCHICHTE

Die Geschichte beginnt an einem Junimorgen im Polizeirevier von Brooksiel.

Eine zierliche, adrette Frau Anfang 50 bringt die kleinstädtische Routine der Polizisten durcheinander. Sie behauptet, soeben ihren Mann erschossen zu haben. Polizeiobermeister Udo Kemper kann der Aussage Karin Krogmanns kaum Glauben schenken. Sie spricht zu beherrscht, hat zu viel Klasse, passt in keine Schublade, in die er Mörderinnen sortiert. In ihrer Wohnung finden die Polizisten tatsächlich einen Toten.

Im Verhör scheint die mutmaßliche Täterin aus ihrem Leben kein Geheimnis zu machen. Sie erzählt von Konstantin, ihrem Mann. Er sei „der klügste, schönste und galanteste“, den sie jemals kennengelernt habe. Er sei Offizier, Jetpilot und Fluglehrer. Und nach 29 Jahren habe er etwas getan, das die scheinbar so perfekte Fassade zum Einsturz gebracht hat.

Totgeliebt erzählt die wahre Geschichte der Karin Krogmann. Vom ersten Kennenlernen bis zur völligen Hingabe zeigt der Roman den Verlauf ihres Lebens und der Liebe zu ihrem Ehemann Konstantin, der in ihren Augen perfekter nicht sein könnte. Der Roman zieht seine Leser tief in die Gefühlswelt einer Beziehung, die nach außen makellos scheint und vom Umfeld als das Paradebeispiel eines glücklichen Zusammenlebens gesehen wird.

Doch hinter dieser Fassade entwickelt sich eine Dramatik, die in einem Verbrechen endet, dass Karin Krogmann nach eigener Beschreibung „zur Unperson“ gemacht hat.


DIE TATSACHE

Was macht eine Frau zur Mörderin?

Noch dazu eine, die Jahrzehnte lang ein so genanntes „anständiges“ Leben geführt hat und gesellschaftlich geachtet war? Die Frage ging nicht zuletzt 1994 durch viele Köpfe, als die Tat der Karin Krogmann bundesweit Schlagzeilen machte. Zeitungsredaktionen und Buchautoren wollten hinterfragen, was geschehen war, aber die Täterin verweigerte sich ihnen. Alfred Biolek veranlasste der Fall zu einer eigens in eine Justizvollzugsanstalt verlegte Sendung, und es gelang ihm, mit Karin Krogmann vor der Kamera zu sprechen. Allerdings ohne die Möglichkeit, wirklich auf die dramatischen Details eingehen zu können.

Bereits ein Jahr zuvor besuchte der Journalist Andreas Kläne die Täterin im Gefängnis, und er schaffte es wie kein anderer Journalist, Zugang zu der Frau zu bekommen, die das Verbrechen begangen hat.

Er recherchierte anderthalb Jahre im Umfeld und in der Vergangenheit der Täterin und ihres Mannes, verfolgte den gesamten Gerichtsprozess und führte zahlreiche und lange Interviews mit der Inhaftierten im Gefängnis. Aus den Ergebnissen seiner journalistische Arbeit entstand ein Tatsachenroman, der ein Beitrag zur Psychologie des Verbrechens ist.


NACHWORT VON ROLF BOSSI

Der Roman erlangt eine weitere Steigerung seiner inhaltlichen Brisanz nicht zuletzt durch das von Deutschlands bekanntestem Strafverteidiger Rolf Bossi verfasste Nachwort zum Thema: „Warum werden bei Tötungsdelikten Frauen in aller Regel durch deutsche Gerichte härter bestraft als Männer?“

Kritisch, aber nicht aburteilend, untersucht er die Situation straffällig gewordener Frauen in Deutschland und steigert damit die Brisanz der Frage, wie weit Gerichte von einer gerechten Urteilsfällung entfernt sind.